Wenn Sie oder Ihr Kind an Neurodermitis leiden, sind Sie nicht allein. Die Neurodermitis, auch atopisches oder endogenes Ekzem genannt, ist eine chronische Ekzemform, von der allein in Deutschland rund 4 Millionen Menschen betroffen sind.
Die Erkrankung verläuft schubweise. Typisch für akute Schübe der Neurodermitis sind ausgeprägte Entzündungen und stark juckende Bläschen, die zu Schuppung und Krustenbildung führen. Chronische Hautveränderungen sind z.B. Hauteinrisse und eine Vergröberung der Hautstruktur (Lichenifikation).
Betroffene Hautstellen sind insbesondere die Armbeugen, die Kniekehlen sowie die Hals- und Gesichtspartie. Aber auch der ganze Körper kann betroffen sein.
Extrem trockene und empfindliche Haut ist ein weiteres Merkmal der Neurodermitis. Ob tatsächlich eine Neurodermitis vorliegt, kann nur ein Arzt feststellen. Wichtig ist hier die Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen, z.B. zum allergischen oder toxischen Kontaktekzem.Über 85% der Neurodermitiker erkranken vor dem 5. Lebensjahr. Und gerade Kinder leiden ganz besonders unter dem quälenden Juckreiz. Umso schwieriger fällt es bei den kleinen Patienten, zu verhindern, dass die Haut durch Kratzen noch mehr in Mitleidenschaft gezogen wird.
Ein kleiner Trost: Oft verringern sich die Symptome mit dem Älterwerden – und von den ursprünglich Betroffenen sind im Erwachsenenalter bis zu 70% beschwerdefrei.
Wie bereits im Kapitel „Ekzeme“ beschrieben, befinden sich auch in der Haut jedes Menschen körpereigene Abwehrzellen, die gefährliche Eindringlinge wie Bakterien und Viren bekämpfen. Dabei werden Entzündungsstoffe freigesetzt.
Bei der Neurodermitis reagieren die Abwehrzellen aber auch auf an sich völlig harmlose Stoffe, wie z.B. Nahrungsmittel, Pollen oder chemische Substanzen. Die Folge ist eine unkontrollierte Ausschüttung von Entzündungsstoffen mit den typischen Beschwerden wie z.B. Juckreiz. Warum es zu einem solchen „Fehlalarm“ kommt, ist bis heute nicht völlig geklärt.
Das Immunsystem ist bei Neurodermitis also sehr empfindlich. Das zeigt sich auch daran, dass Neurodermitis-Patienten nicht selten allergische Erkrankungen wie z.B. Heuschnupfen oder ein allergisches Asthma entwickeln, bei denen eine Überreaktion des Immunsystems ebenfalls die entscheidende Rolle spielt.
Besonders problematisch ist dabei, dass die überempfindliche Haut - für die Betroffenen oft unvorhersehbar - auf kleinste Veränderungen gereizt reagieren kann.

