Übertriebene Hygiene kann eine Ursache für Neurodermitis darstellen.

Ursache - das Zusammenspiel mehrerer Faktoren

Bislang ist es nicht gelungen, die Ursachen, die zur Entstehung von Neurodermitis führen, gänzlich zu klären. Mediziner gehen heute davon aus, dass es sich bei Neurodermitis um eine sog. multifaktoriell bedingte Erkrankung handelt. Das heißt, ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren führt zur Entstehung der Erkrankung.

Erbfaktor

Einer dieser Faktoren ist die erbliche Veranlagung zur Ausbildung der Neurodermitis. Diese sog. genetische Disposition wird von den Eltern auf das Kind vererbt. Erblich ist demnach nicht die Erkrankung selbst, sondern nur eine erhöhte Neigung, an einem atopischen Ekzem zu erkranken. So haben Kinder, deren Eltern unter einer Neurodermitis oder einer Allergie leiden, ebenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens eine Neurodermitis zu entwickeln.

Allergene

Als weitere Risikofaktoren gelten u. a. sog. exogene, d. h. von außen in den Körper eindringende Allergene wie z. B. Proteine der Hausstaubmilbe und endogene, d. h. von innen wirkende Allergene wie z. B. Proteine von Mikroorganismen. Unter anderem haben Studien ergeben, dass es bei Neurodermitikern zu einem übermäßigen Befall der Haut mit Bakterien und Hefepilzen kommt, die das Immunsystem zunächst nicht bekämpft. Erst später tritt eine dann jedoch überschießende Reaktion ein, die zur Entzündung der Haut führt.

Umweltschmutz und übertriebene Hygiene

Auch der Säureschutzmantel der Haut und das Immunsystem spielen eine wichtige Rolle. Zum einen schädigen Umweltgifte, Reinigungsmittel oder Chemikalien die Haut und machen sie trockener und durchlässiger für Allergene. Zum anderen kann übertriebene Hygiene bei Kindern dazu führen, dass ein untrainiertes kindliches Immunsystem völlig überfordert ist und es zu allergischen Überreaktionen beim Kontakt mit bestimmten Stoffen (z.B. Schmuck, Kosmetika, Kleidung, Farben, Reinigungsmitteln) kommt.

Emotionale Faktoren

Auch emotionale Faktoren wie Stress und andere seelische Belastungen können Entzündungsschübe begünstigen.

Jahreszeitlich bedingte Klimaveränderungen

Ebenso können intensive Sonneneinstrahlung im Sommer oder Kälte, trockene Heizungsluft und zu warme Kleidung im Winter zu Neurodermitis-Schüben führen.

Sofern Sie wissen, welche Auslöser in Ihrem Fall Entzündungen bewirken: Versuchen Sie, sie so gut wie möglich zu meiden. Das Führen eines Symptom-Tagebuchs kann helfen, die Auslöser ausfindig zu machen.